Autor Thema: Regierung einigt sich mit Stakeholders auf Frackinggesetz  (Gelesen 1151 mal)

Offline Carin

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Regierung einigt sich mit Stakeholders auf Frackinggesetz
« am: November 15, 2014, 21:02:55 »
Das schreibt eben der Spon und gibt schon mal eine Ahnung auf ein besonderes Weihnachtsgeschenk!:

Gasförderung - Bundesregierung weicht Fracking-Verbot auf

Hamburg - Die Bundesregierung hat sich auf einen Kompromiss geeinigt,
mit dem die umstrittene Fracking-Methode doch noch erlaubt werden kann.
So soll nach Informationen des SPIEGEL eine sechsköpfige Kommission aus
Wissenschaftlern gebildet werden, die bei "absoluter Unbedenklichkeit"
eine Probebohrung zulassen könnte.

In einer ursprünglichen Fassung sah das Fracking-Gesetz ein Verbot bis
3000 Meter Tiefe vor. Dieses wurde nun gestrichen. Der Kompromiss kam
unter Vermittlung von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) auf
Betreiben des Wirtschaftsflügels der CDU, der Gewerkschaft IG Bergbau,
Chemie, Energie sowie dem Bundesverband der Deutschen Industrie
zustande. Das Gesetz soll noch dieses Jahr im Bundestag beschlossen werden...


Was der Artikel verschweigt: Die Bundesregierung hat noch nie eine absolutes Frackingverbot geplant. Lediglich Fracking in Schiefergestein sollte in Tiefen über 3000 Metern nur zu Forschungszwecken zugelassen werden. (Dem Vernehmen nach ist diese Grenze nun auf 2800 Meter angehoben worden und mehr potentielle Lagerstätten in den Zugriff geraten.)
Was nie verboten werden sollte, ist das Fracking in sog. tight-Gas- und Öl-Lagerstätten, also z. B. in dem Sandgestein, das in z. B. in Niedersachsen schon seit Jahrzehnten ausgebeutet wird - auch mit Fracking.

Fracking-Gegner monieren u. a., dass die gigantischen Mengen an Sondermüll, die beim Fracking, aber auch bei der "normalen" Öl- und Gasförderung anfallen (Lagerstättenwasser) bislang und auch in absehbarer Zukunft, einfach in den Untergrund verpresst werden. Die Befürchtung ist, dass dadurch über kurz oder lang die  Grund- und damit die Trinkwasserressource verschmutzt werden könnten. Kein seriöser Wissenschaftler  konnte und kann glaubhaft widerlegen, dass dieses Risiko besteht. Kritisiert wird weiterhin die unmittelbare Gefahr von Erdstößen durch das Verpressen, wie immer mehr Beobachtungen in den USA es belegen, wo seit rund einer Dekade im großen Maßstab gefrackt wird. Weitere Kritikpunkte sind die miserable Klimabilanz von gefracktem Erdgas und der winzige Beitrag, den gefracktes Erdgas zum bundesdeutschen Energiebedarf beitragen könnte.
« Letzte Änderung: November 15, 2014, 21:09:13 von Carin »