Autor Thema: Verden/Langwedel: Trotz Beben plant DEA weitere Erdgasförderung  (Gelesen 581 mal)

Offline kardan

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29.03.2017 Trotz Beben: DEA plant weitere Erdgasförderung
Die Deutsche Erdöl-AG (DEA) will weitere Erdgasvorkommen im Landkreis Verden erschließen. Dafür plant das Unternehmen zwei Bohrungen. Diese sollen an den bestehenden Bohrlöchen in der Ortschaft Völkersen, die zu Langwedel (Landkreis Verden) gehört, vorgenommen werden. Durch die neuen Bohrungen sollen Erdgasreserven in rund 5.000 Meter Tiefe erschlossen werden, teilte die DEA mit. Für die Bohrungen soll im Juni eine Anlage mit einer Höhe von 62 Metern aufgestellt werden. Es handelt sich jedoch nicht um die umstrittene Fördermethode Fracking.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Trotz-Beben-DEA-plant-weitere-Erdgasfoerderung,erdgas364.html

BI Langwedel zu Erdbeben https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/langwedel-ort120521/interview-gero-landzettel-buergerinitiative-flecken-langwedel-gegen-gasbohren-zieht-bilanz-5995998.html
Wir als BI fordern, dass die Bergschadensvermutung auf die Erdbebenschicht ausgedehnt wird. Dann würde sich die Beweislast zugunsten des Geschädigten verschieben und er müsste nicht mehr darlegen, dass das Erdbeben den Schaden angerichtet hat. Dann wäre das Unternehmen in der Pflicht.
Lagerstättenwasser ist überall hochsalzig und enthält Schwermetalle, inklusive Quecksilber und Chemikalien aus der BTEX-Gruppe, darunter Benzol. Letzteres ist so gefährlich, weil es krebserregend ist. Und dieses belastete Lagerstättenwasser wird zur Zeit entsorgt, indem es in Kalkarinid versenkt wird. Die Dea plant sogar das Lagerstättenwasser aus ganz Niedersachsen in 5500 Metern Tiefe in Völkersen zu verpressen. Eine Methode, die laut einer Studie der Dea am nachhaltigsten sei.
Prof. Eberhard Gock und Prof. Jörg Kähler von der Technischen Universität Clausthal haben bereits 2004 wissenschaftlich nachgewiesen, dass man das Wasser aufbereiten könnte, indem man die Schwermetalle und das Salz herauszieht.
Das Bergrecht sieht vor, dass man Leute auch zwingen kann, ihre Grundstücke abzutreten. „Grundabtretung“ lautet der juristische Fachbegriff. Das gilt nicht nur für den Grunderwerb, sondern auch für den Fall, dass die Dea das Land pachten möchte. Aber dann muss die Dea erstmal begründen, warum ausgerechnet dieses Grundstück und nicht irgendein anderes. Das wird für die Dea nicht leicht. Ein anderer Fall wäre es natürlich, wenn die Eigentümer ihr Grundstück freiwillig dem Unternehmen überlassen. Ich finde bemerkenswert, was der Bürgerinitiative in Intschede 2014 gelungen ist: Dort will keiner der Anwohner verpachten.
Was wir können, ist, Menschen dazu bringen, dass sie eine gesunde Skepsis an den Tag legen. Das ist schon eine Herausforderung, denn auch die Dea ist mit ihren PR-Leuten gut geschult, wenn es darum geht, Leute zu überzeugen.
Letztlich kann die Erdgasförderung vor Ort schlimme Auswirkungen haben. Die Konsequenz müsste also eigentlich sein, dass die Bohrungen hier aufhören. Aber das ist nicht realistisch. Ich kann aber fordern, dass die Bohrungen nach höchsten Sicherheitsmaßnahmen gemacht werden. Man müsste den Maßstab beim größtmöglichen Risiko anlegen.
Nebenbei gesagt: Das Argument, dass wir Gas brauchen, ist auch nicht korrekt. Die Bundesregierung hat die Energiewende mit den erneuerbaren Energien bereits eingeleitet. Um uns warm zu halten, brauchen wir das Erdgas also nicht. In diesem Sinne wollen wir als BI etwas zur Aufklärung beitragen und Umwelt, Natur und Mensch schützen!
Die Förderunternehmen haben die Risiken stets verschwiegen oder verharmlost. Doch Störfälle, Erdbeben sowie mögliche gesundheitliche Auswirkungen durch Giftstoffe machen klar: Die gesetzlichen Regelungen für die Förderung von Erdgas, die Aufbereitung und Entsorgung von Abfallstoffen müssen grundlegend geändert werden. Eine Neuregelung muss dem Schutz von Mensch und Natur endlich absoluten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen einräumen.
Bis eine solche Neuregelung in Kraft tritt, muss für neue Erdgas-Förderprojekte vorsorglich ein Moratorium gelten.

Gero Landzettel, Bürgerinitiative Langwedel http://bi-langwedel.de

Umfrage klar für Trinkwasserschutz http://bi-langwedel.de/index.php/historie-der-umfrageergebnisse
« Letzte Änderung: April 03, 2017, 01:40:06 von kardan »