Autor Thema: Systematische Bohrschlammverklappung auf/unter Feldern  (Gelesen 859 mal)

Offline kardan

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Systematische Bohrschlammverklappung auf/unter Feldern
« am: April 01, 2017, 06:50:54 »
"In Niedersachsen wurden 2012 98.000 Tonnen Bohrschlamm entsorgt – der bisherige Höchstwert; 2013 belief sich die Menge auf 68.000 Tonnen.[8] ... Sanierte Bohrschlammgruben können Biotope für Tiere wie beispielsweise Amphibien sein"
Anzahl Bohrschlammgruben (lt Wikipedia):
  • Niedersachsen: mindestens 400,[1] davon etwa 40 noch unter Bergrecht.[10] 2015 ging die letzte verbliebene Schlammgrube außer Betrieb.[1]
  • Brandenburg: 400
  • Mecklenburg-Vorpommern: rund 345
  • Sachsen-Anhalt: 278, 249 bereits saniert
  • Bayern: rund 170
Quellen
[1] Bohr- und Ölschlammgruben. Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, 5. Dezember 2014, abgerufen am 22. Januar 2015 Fragen und Antworten
[10] Geodatenzentrum Hannover. Schlammgruben. In: NIBIS Kartenserver (2014). Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), abgerufen am 22. Januar 2015
[Rest] Alexa Höber: Zeitbombe Bohrschlamm. In: Plusminus. ARD, 4. Dezember 2014, archiviert vom Original am 14. Januar 2015, abgerufen am 22. Januar 2015.

Wer für Bohrschlamm eine Grube gräbt… - BI Harburg
Bohrschlammgruben lagen in den sechziger und siebziger Jahren in der Regel direkt neben den Bohrstellen. Beim Niederbringen einer Bohrung kam ja tonnenweise Sand, Schlamm und Flüssigkeit zusammen, die gleich daneben gekippt wurden. Augenzeugen aus dieser Zeit wissen noch, wie da jeden Tag was ausgeschüttet wurde und später einfach überdeckt mit einer Sandschicht. Es gibt keine Karten, auf denen diese Schlammgruben verzeichnet wären, und die Bergaufsicht hat keine Ahnung, was sie da hätte kontrollieren sollen – und schon gar nicht, was darin denn im Einzelfall für Stoffe enthalten waren, welche Schwermetalle, wie radioaktiv strahlend, welche BTEX-Stoffe (krebserregend) usw. Ein großer Anteil des Schlamms dürfte eher harmlos sein, Bentonit oder ähnliches. Anderes müsste kostenintensiv abgeschieden werden, strahlende Anteile stellen ein besonderes Entsorgungsproblem dar.

2014 Antwort auf eine Kleine schriftliche Anfrage: Bohrschlammdeponien im Landkreis Verden und im Landkreis Rotenburg (Wümme)
Der Norddeutsche Rundfunk berichtete am 4. November 2014 in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ über mögliche Bodenverunreinigungen im Landkreis Rotenburg (Wümme) durch Bohrschlamm. Der Weser-Kurier veröffentlichte am 4. November 2014 über „belasteten Bohrschlamm als tickende Zeitbombe im Boden: In den 50er- und 60er-Jahren wurde der Sondermüll nicht in Deponien entsorgt, sondern schlicht unweit der Bohrung in Gruben geschüttet. Tausende solcher möglicherweise undichter Bohrschlammgruben vermutet das Umweltministerium in Niedersachsen.“
Im Landkreis Rotenburg (Wümme) gibt es den Verdacht, dass mit Mineralölkohlenwasserstoffen belasteter Bohrschlamm in undichten Bohrschlammgruben gelagert sein könnte. Laut Medienberichten und Aussagen des LBEG sei es in Niedersachsen in den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts durchaus üblich und zulässig gewesen, den anfallenden Bohrschlamm unweit der Bohrstelle in Sammelgruben zu entsorgen. Das Umweltministerium spreche unter Bezugnahme auf das LBEG von insgesamt bis zu 50 000 Bohrungen in Niedersachen.

2014 plusminus Zeitbombe Bohrschlamm (Video)

2015 Umweltministerium beginnt Gespräche mit Bergbauunternehmen: Niedersachsen: Untersuchung der Bohrschlammgruben

2016 WDR Audio: WDR/tagesschau „In Deutschland gibt es geschätzt rund 1400 Bohrschlammgruben, in denen gefährliche und teils radioaktiv belastete Abfälle der Öl- und Gasindustrie lagern.“

2016 WDR Audio: Giftiger Bohrschlamm durch Fracking

2017 Die Tricks er Öl- und Gaskonzerne

2017 Krebserregende Stoffe auf Äckern und Bolzplätzen?, Minute 7-15
In Schleswig-Holstein wird auf ehemaligen Mischdeponien inzwischen Ackerbau betrieben und auf Bohrschlammgruben sind vermutlich sogar Bolzplätze entstanden. Bei Untersuchungen werden immer wieder zum Teil krebserregende Stoffe aus der Erdölindustrie nachgewiesen. Doch die Politik wiegelt ab: Lebensmittel würden nicht kontaminiert, das Grundwasser sei allenfalls "kleinräumig beeinträchtigt". Wie geht es weiter mit der Kennzeichnung und Sanierung der Altlasten? Markt vor Ort.

weitere auf bohrplatz.org

Sanierung

20.08.2014 ARD plusminus Öl und Gas-Kavernen undicht, Hans Bauknecht: "Was muss noch geschehen, damit dieses perverse, veraltete und ungerechte Bergrecht endlich zu Gunsten der "Betroffenen" ..."

2009 Ölschlammgrube VFH Kassel-Calden{/ur] [url=http://referenzen.hermanns.de/ag/refresp/85/print.htm]PDF
Die ehemalige Ölschlammgrube befand sich im östlichen Bereich des Baufeldes des Flughafens Kassel - Calden. Auf
dem Gelände wurden vor Beginn der Baumaßnahme mehrere Sondierungen über Bohrungen und Schürfe erstellt, um
eine  Übersicht  über  das  anstehende  Material  und  über  die  Ausdehnung  der  Ölschlammgrube  zu  erlangen.  Die
Erkundungsergebnisse haben ergeben, dass auf dem Gelände im Süden eine große Grube (1.500 m²) bis zu einer Tiefe
von  5,20  m  und  im  Norden  zwei  kleine  Gruben  (150  m²)  bin  zu  einer  Tiefe  von  2,00  m  mit  Ablagerungsmaterial
(Ölschlamm,  Müll  und  Bauschutt)  anstanden.  Bei  der  Untersuchung  des  Wassers  und  des  Bodens  im  Rahmen  der
Vorsorgeuntersuchung wurde hauptsächlich eine Kontamination an MKW, EOX und LHKW festgestellt. Unsere Leistung
bestand  darin,  das  kontaminierte  Material  (Ölschlamm,  Müll  und  Bauschutt)  bis  auf  den  sauberen  Baugrundhorizont
auszuheben,  zu  separieren  und  zu  den  jeweiligen  Entsorgungsstellen  abzufahren.  Abschließend  wurde  die  Baugrube
wieder verfüllt

2013 Ölschlammgrube Hemmelte-West

2014 Rückbau Ölschlammgrube Erika

2015 Ölschlammgrube Barenburg-Dillengrund
ExxonMobil Production Deutschland GmbH nimmt in diesen Tagen die Arbeiten zur vollständigen Räumung der Ölschlammgrube Barenburg-Dillengrund und der Wiedernutzbarmachung des Geländes in der Gemeinde Barenburg im Landkreis Diepholz auf.
Im Jahr 1962 wurde die Ölschlammgrube Barenburg-Dillengrund zur Ablagerung von ölhaltigen Rückständen aus der Erdölförderung in Betrieb genommen. Die Einlagerung endete im Jahr 1991. Zwischen 1968 und 1991 wurden schrittweise bergbehördlich zugelassene Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt. Zum Monitoring des Grundwassers befinden sich im Umfeld der Bohrschlammgrube zehn Grundwassermessstellen.
ExxonMobil entsorgt 16500 m³ Einlagerungen: Früher: Seifenkistenrennen, Mergelgrube, Schlittenfahren, Treffpunkt der Jugend. Heute: Windpark mit Aussichtstürmchen – der Dillenberg, südlich von Sulingen. Der Blick fällt gen Süden auf das ExxonMobil Production Betriebsgelände der ehemaligen BEB. Beim Blick Richtung Nordwesten sieht man die im Grenzgebiet zur benachbarten Gemeinde Barenburg liegende Ölschlammgrube der Firma. Hier herrscht jetzt emsiges Treiben.

2016 Rodewald 7m-tiefe Bodenerneuerung nach Leukämie bei Kindern in Folge jahrzehntelangem Abfackeln

Januar 2017 Schaphusen Z1 in Lindhalz bei Langwedel:  auf einer Fläche von circa 4000 m² etwa 5000 m³ Bohrschlamm eingelagert
Hier hat man sich mit der Frage zu beschäftigen, ob man in diesem Jahr die Bohrschlammgrube in Lindholz untersuchen lassen will und dafür die entsprechenden Haushaltsmittel bereit stellen wird. Erleichtert wird diese Entscheidung durch einen Vergleichsvertrag, den das Land Niedersachsen mit dem Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) geschlossen hat. Durch diesen Vertrag kommen die Behörden vor Ort an Fördermittel für die Untersuchung ehemaliger Öl- und Bohrschlammgruben. Im Fall Lindholz/Schaphusen Z1 rechnet man mit Untersuchungskosten von circa 20.000 Euro. Der Landkreis hätte hiervon 20 Prozent, also 4000 Euro zu tragen.
Kallmoor Z1 "noch dicht"
« Letzte Änderung: April 15, 2017, 04:51:10 von kardan »