Autor Thema: Bohrschlammgrube Brüchau/Altmark: Gift in der Landschaft  (Gelesen 1896 mal)

Offline Carin

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Bohrschlammgrube Brüchau/Altmark: Gift in der Landschaft
« am: Oktober 14, 2015, 19:19:18 »
An die 15.000 Tonnen Schadstoffe, Sondermüll aus Bergbau und anderen Industrien, darunter 1,3 Megatonnen Kohlenwasserstoffe, 250 Tonnen elementares Quecksilber und etliche Tonnen Arsen-, Chrom- und Cadmium-Verbindungen liegen im »Silbersee« in der Altmark. Jetzt will das Betreiberunternehmen GdF Suez das Ende der Bergaufsicht für die vielseitig genutzte Bohrschlammdeponie herbeiführen. Eine Sanierung hält die Landesregierung anscheinend für nicht machbar - also: Deckel drauf?

Landtag v. Sachsen-Anhalt, Drs. 6/4392 v. 17.9.15
http://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp6/drs/d4392gak.pdf

siehe auch:
http://www.volksstimme.de/lokal/gardelegen/schadstoffdeponie-250-tonnen-quecksilber-im-silbersee
http://www.volksstimme.de/20150813/bohrschlammdeponie-gesundheitsrisiko-befrchtet
http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/gardelegen/1508815_Endgueltiges-Ende-fuer-Bohrschlammdeponie.html

Offline kardan

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Re: Bohrschlammgrube Brüchau/Altmark: Gift in der Landschaft
« Antwort #1 am: April 11, 2017, 15:21:11 »
Das Thema ist inzwischen bundesweit bekannt, aber noch immer will das Amt für Altlasten (LAF) unter Stadelmann (früher GdF) erstmal weiter prüfen, um Referenzwerte für die Zeit nach der Sanierung zu haben. Also läuft das Gift weiter unterirdisch ab und erkranken an Krebs.
Vollständige Historie mit Presseberichten und Stellungnahmen der BI

10. April 2017 MZ "Dass sie undicht ist, gilt als sicher."
„Durch die bisher durchgeführten Untersuchungen ist nachgewiesen, dass die natürliche Abdichtung der Deponie nicht den Austrag von Schadstoffen verhindert.“ – Studie des Umweltamts, 2000

    Thomas Wünsch (SPD), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, spricht von einem „Kenntnisdefizit“. Im Landtag nannte er zwei Optionen. Nummer eins: die Deponie wird abgedeckt, so dass sie nicht mehr von Regenwasser durchgespült wird. Nummer zwei: Der See wird ausgehoben, der Inhalt entsorgt. Die eine Option kostet vier, die andere 20 Millionen Euro.

    Der Chef der Landesanstalt für Altlastenfreistellung arbeitete früher für Gaz de France – dem damaligen Deponie-Betreiber. Dass die Landesregierung nun behauptet, sie wisse nicht, was in der Grube ist, sei nicht gerade glaubwürdig, so Lenz. Frederking sagt, „ich hatte nicht immer den Eindruck, dass die Regierung mit dem nötigen Ernst an diese Sache rangegangen ist.“

    Und in Brüchau kursiert derweil eine Liste. Darin notieren Bewohner Krebserkrankungen im Ort. Laut Chronik bekommt rund jeder Sechste eine Diagnose. „Die Kausalität zur Wasserqualität ist natürlich nicht beweisbar“, sagt Lenz. Der Wert sei aber ohne Zweifel ein Ausreißer.

13. April 2017 "Annäherung in Debatte um Silbersee" - Treffen mit BI im Rathaus Kalbe

- Konsens: Sonderbetriebsplan statt Zweitgutachten nach fachlichen Hinweisen aus Bevölkerung, um das Verfahren zu beschleunigen

- Abdecken oder ausbaggern? Entscheidung vertagt auf nächstes Treffen

"Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hat der Betreiber der Deponie, der französische Konzern ENGIE, schriftlich mitgeteilt, dass er an einer Zusammenarbeit mit Bürgern und Behörden interessiert sei. Nach einem weiteren Treffen soll entschieden werden, ob die Grube nur abgedeckt oder ausgebaggert wird."

In Sachen Brüchauer Bohrschlammdeponie, auch Silbersee genannt, soll es kein neues Untersuchungskonzept, sondern stattdessen einen Sonderbetriebsplan geben, in dessen Rahmen nun noch einmal umfangreiche Untersuchungen zum Inhalt sowie zur Dichtigkeit der ehemaligen Lehmgrube erfolgen sollen.

Wie BI-Vertreter Bernd Ebeling gestern nach der Zusammenkunft sagte, gebe es nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zur Grundwasserbelastung, die von der Deponie ausgehe. „Zudem sind wir der Meinung, dass die Landesregierung viel zu langsam arbeitet.“

Demnächst soll die Betreiberfirma der Deponie, die Engie, auf der Basis des vorhandenen Untersuchungskonzeptes den Antrag für den Sonderbetriebsplan beim Landesamt für Geologie und Bergwesen einreichen. Er ist Voraussetzung für die spätere Grubenschließung, wobei weiter völlig offen ist, auf welche Art diese dann erfolgt.
« Letzte Änderung: April 13, 2017, 13:28:31 von kardan »