Autor Thema: Emsland: ExMob plant riesiges EOR-Projekt in Rühlermoor und Rühlertwist  (Gelesen 269 mal)

Offline Carin

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Hallo zusammen,

rund 140 neue Tiefbohrungen - 65 alte Bohrungen aufbohren - Gewinnung
weiterer 30 Mio Tonnen Erdöl: Exxon plant ein riesiges EOR[1]-Projekt in
Rühlermoor und Rühlertwist[2] und informiert dazu heute abend in Twist.

Mitteilung der Stadt Meppen:

Einladung zur Infoveranstaltung am 22. Juli 2014 in Twist - Erdöl aus
Rühlermoor
ExxonMobil plant im Rahmen des Projektes „Erdöl aus Rühlermoor – Mit
Tradition in die Zukunft“

die langfristige Fortführung der Ölförderung im Erdölfeld Rühlermoor im
Landkreis Emsland und sieht Potential für die Erschließung weiterer
Reserven unter Anwendung bewährter Ölfördertechnologie.

Zur langfristigen Sicherung der Ölproduktion im Emsland umfasst das
Projekt u.a. die Weiterentwicklung des Erdölfeldes Rühlermoor mit neuen
Bohrungen, Umbauten auf dem bestehenden Betriebsplatz sowie die
Errichtung einer hochmodernen Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage zur Erzeugung
von Wasserdampf und elektrischer Energie. Die Investitionen werden für
erhebliche Verbesserungen im Umweltbereich sorgen: Für die
Thermalförderung wird dann aufbereitetes Produktionswasser statt
Frischwasser eingesetzt, die Energieversorgung erfolgt hocheffizient
nach neuestem Stand der Technik und die Modernisierung des
Leitungsnetzes sichert langfristig die Integrität der Erdölproduktion.
Für das Projekt, für das noch die finale interne Zustimmung aussteht,
ist ein Planfeststellungsverfahren inklusive
Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Niedersächsische Landesamt für
Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als Planfeststellungsbehörde
vorgesehen.

Im Zuge der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 25 Abs. 3
Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) wird ExxonMobil über das Vorhaben
vor Ort informieren und lädt daher alle interessierten Bürger am

Dienstag, den 22. Juli 2014 um 19:00 Uhr
in die Aula der Oberschule Twist „Schule am See“,
Flensbergstraße 17, 49767 Twist

zu einer Informationsveranstaltung ein. Eine Anmeldung ist nicht
erforderlich. Alle Interessierten haben vorher ab 17:00 Uhr die
Möglichkeit, das Erdöl-Erdgas-Museum Twist (Flensbergstr. 13)
kostenfrei zu besuchen.
Quelle:
http://www.meppen.de/aktuelles-und-service/aktuelle-nachrichten/2014-07-14/einladung-zur-infoveranstaltung-am-22.-juli-2014-in-twist-erdoel-aus-ruehlermoor.html?type=2

Hintergrund:
Die Planungen umfassen rund 140 neue Bohrungen. 65 alte Bohrlöcher
sollen für den weiteren Betrieb aufbereitet werden. Zum Vergleich:
Gemeinsam mit Royal Dutch Shell hat ExxonMobil im nahen niederländischen
Schoonebeek 73 neue Bohrungen niedergebracht. Dort wollen sie Öl im Wert
von knapp neun Milliarden Euro aus der Erde holen.
Im Emsland rechnet ExxonMobil nach einem Ausbau damit, binnen 30 Jahren
bis zu 30 Millionen Tonnen fördern zu können. Das größte Ölfeld
Deutschlands zu Lande enthielt ursprünglich 100 Millionen Tonnen. In den
vergangenen 60 Jahren wurden rund 30 Millionen Tonnen gefördert .
Wie bisher, soll ein Thermalförderverfahren genutzt werden: Dabei wird
Dampf in die Tiefe und dort in horizontale Bohrlöcher geleitet. Die
Hitze verflüssigt zähes, zuvor nicht transportables Öl und drückt ein
Öl-Wasser-Gemisch an die Oberfläche.
Quelle:
http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/476584/exxonmobil-30-millionen-tonnen-ol-aus-dem-emsland

Vielleicht berichten die, die heute Abend nach Twist gehen, ja im
Anschluss, was da genau läuft?

Schöne Grüße, Carin

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[1] EOR = Enhanced oil recovery. Z. B. mit Hilfe von Dampf oder mit CO2
wird zähes Erdöl flüssig gemacht und aus der Lagerstätte gedrückt.
EOR ist kein Fracking im eigentlichen Sinne, aber keineswegs
ungefährlich. Auch beim EOR können Risse entstehen, z. B. im
Deckgebirge. Hier mal ein Bild, wie das aussieht, wenn durch Dampffluten
ein Blow out entsteht (in diesem Beispiel allerdings bei extrem
dickflüssigem Öl (Bitumen):
http://thetyee.ca/News/2013/10/07/Next-Oil-Sands-Threat/


[2] 140 neue Bohrungen in einem Gebiet, das heute schon durchlöchert wie
ein Sieb ist?
http://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=13Hm6p3N
Wenn Ihr die einzelnen Bohrungen anklickt, könnt Ihr sehen, dass sie in
der Regel weniger als 1000 Meter tief sind.